„Aus Fehlern lernt man.“, „Das nächste Mal machst du es anders.“, „Kopf hoch, dass war doch nur ein Versuch.“, das sind Dinge, die wir einem kleinen Kind sagen, wenn es Mist gebaut hat. Warum? Wir wollen das Kind bestärken. Wir wollen vermitteln, dass es in Ordnung ist Fehler zu machen, und wir daraus lernen können. Wir kommunizieren, dass es in Ordnung ist verschiedene Wege auszuprobieren, bis man seinen eigenen Weg findet. Teilen mit, dass es verschiedene Herangehensweisen gibt, um ans Ziel zu kommen. So sind wir als Mensch „gestrickt“. Jeder ist anders. Und das ist gut so. Doch wo und wann geht das „Verständnisvoll sein“ verloren?
Verständis zeigen, auch für einen Erwachsenen.
Vor allem in der Arbeitswelt, und vermehrt im deutschsprachigen Raum, ist ein Fehler oft, ein Riesenproblem. Ein Fehler kann einen über Monate „verfolgen“, indem dieser, z.B. bei Meetings, von gewissen Personen immer wieder „ausgegraben“ wird. Was passiert in einem Mitarbeitenden, wenn ein Fehler ständig aufgewärmt wird?
- Der Mitarbeitende ist verunsichert.
- Unsicherheit demotiviert und lässt einen zweifeln.
- Zweifeln an einem selbst, dem Prozess oder anderen Personen führt zu erneuten Fehlern, oftmals vermehrt.
- Oder der Mitarbeitende fühlt sich dauerhaft unwohl, nicht verstanden oder genervt, und kündigt.
Alles keine Möglichkeiten, die das Teamwork, die Effizienz oder den Lernprozess im Positiven beeinflussen.
Die Fehlerkultur im deutschsprachigen Raum.
Unser Drang zum Finden des Fehlers bzw. Findens der Person, die den Fehler gemacht hat, ist im deutschsprachigen Raum ausgeprägter als in anderen Ländern. Doch was ist, wenn wir einen Fehler als Verbesserungspotential für einen Prozess ansehen. Die Welt wurde auch nicht beim ersten Anlauf mit einem Segelboot umrundet und für unsere technischen Geräte wie Laptop, Handy oder Tablet gibt es auch immer wieder neuere Versionen mit verbesserter Technologie und Innovationen.
Wir Menschen befinden uns in einem ständigen Prozess, egal in welchem Lebensbereich, egal in welchem Alter, egal aus welchem kulturellen Kreis, welches Geschlecht oder welche Religion. Niemand hat jemals „ausgelernt“.
Der Umgang mit Fehlern
„Nachtragend sein bringt niemandem etwas.“ Dieser Satz ist im Systemischen Coaching weitverbreitet. Übersetzt bedeutet dieser, dass „Nachtragend sein“ weder einem selbst noch dem Gegenüber Freude bereitet. „Nachtragend sein“ kann einen selbst in tiefe Depression, Verzweiflung oder in schwindendes Selbstbewusstsein drängen. Auf einem Fehler des Anderen herumzutrampeln bringt auch der gegenüberliegenden Person nichts. Denn diese Person hat den Fehler, in den meisten Fällen, nicht absichtlich gemacht, sondern der Gegenüber sieht die Situation anders. Der Mitarbeitende wurde zu wenig eingeschult, hat aktuell gerade super viel Stress oder ist gesundheitlich angeschlagen. Deshalb …
Erstmal nachfragen, woher kommt der Fehler …
… und was können wir das nächste Mal besser machen?
Fehler sind da, um Prozesse zu optimieren, Dienstleistungen effizienter zu gestalten, oder Mitarbeitenden den Druck zu nehmen.
Sehen Sie Fehler als Chance … als Möglichkeit sich mit Ihrem Mitarbeitenden über Verbesserungspotential zu unterhalten. Doch was ist am Wichtigsten?
- Nehmen Sie Ihre Mitarbeitenden ernst.
- Seien Sie verständnisvoll, korrekt und fair.
- Versuchen Sie sich in Ihren Mitarbeitenden hineinzuversetzen und definieren Sie gemeinsam ein Ziel bzw. einen Verbesserungsvorschlag.
Bei Fragen zum Umgang mit Fehlern, einer gesunden Fehlerkultur und wie Sie Veränderungen positiv in Ihrem Unternehmen leben und umsetzen können, gerne an mich wenden.
Herzlichst
Kathrin Fuchs _ goldWERT
